Tanz

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CocoonDance Company

Choreia – ein PolyBallett

Do 22. Mai 2025, 20 Uhr
Fr 23. Mai 2025, 20 Uhr
Sa 24. Mai 2025, 20 Uhr

Choreia entwickelt sich aus der Beschäftigung mit unterschiedlichen chorischen Formen, wie auch der Suche nach dem, Chor und Gemeinschaft abhandengekommenen Raum. Der Chor ist eine theatrale Form mit einem unglaublichen Potenzial und spielt in der künstlerischen Entwicklung von CocoonDance eine immer größere Rolle.

Bereits Chora (2023) schuf eigens einen Raum, der Darsteller und Zuschauer in einer Welt interagierender Körper spürbar vereinte. Hinter der ‚Suchfigur‘ des Chors steht die Frage, wie die Institution Theater zu einer lebendigen Gemeinschaftsform werden kann. Choreia stellt sich bewusst der Herausforderung der historisch bedingten räumlichen Trennung von Bühne und Zuschauerraum. Stattdessen werden chorische Formen aus Ballett, Folklore und antiker Komödie und neue chorische Formen für Raum, Klang und Körper auf ihr Potential hin untersucht, die physische Distanz auf andere Weise zu überbrücken.

Choreia untersucht sowohl die Kraft der Einstimmigkeit als auch die Kraft der Vielstimmigkeit, die sich aus den Unterschieden und Abweichungen im Hinblick auf eine polyphone Ästhetik ergibt. Aus einer kritisch historischen Perspektive sollte Gemeinschaft nicht vom Einssein her, sondern auf der Basis der Differenz zwischen den singulären Einzelnen gedacht werden. Ziel des Gemeinschaftserlebnis ist nicht die ‚verschmelzende Gemeinschaft‘, sondern, wie Jean-Luc Nancy (Die entwerkte Gemeinschaft, 1983) formulierte, eine, die sich bewusst ist, dass sie auf Verschiedenheit beruht.

Das griechische Wort choreia steht zudem für die Praxis eines gleichberechtigten Singens, Sprechens und Tanzens der Bürger in einem Chor. Choreia versucht der stummen Ausdrucksform Tanz ihre Stimme wiederzugeben, denn wenn es entscheidend um Wirkungsmacht, um die körperlose Ausdehnung von Körpern im Raum, um Beziehungen zwischen Gruppen und Individuen geht, wird die Stimme zu einem unentbehrlichen Faktor. Für die seit 2016 fortdauernde Recherche, der Denkfigur des noch ‚ungedachten‘ Körpers, ist die Beschäftigung mit der Stimme in ihrer „Körperlichkeit“ eine vielversprechende Erweiterung, die dazu beiträgt, andere Verkörperungen zu imaginieren, zu zerlegen und mit anderen Körpern in Beziehung zu setzen.

Vor jeder Aufführung lädt CocoonDance das Publikum zu einer chorischen Einführung mit der Choreografin Rafaële Giovanola ein.

Performance aus einem wechselnden Team von acht Performer:innen

Álvaro Esteban, Cristina Commisso, Margaux Dorsaz, Evandro Pedroni, Léonce Noah Konan, Jenna Hendry, Nora Monsecour, Louis Thuriot/ Cola Lucot/ Bojana Mitrović

Choreografie, Regie

Rafaële Giovanola

Komposition

Franco Mento 

Live-Elektronik

Szymon Wojcek

Stimmtraining und -coaching

Justin F. Kennedy, Karine Barman, Leah Marojević

Licht / Raum

Jan Wiesbrock, Annegret Schalke

Kostüme

Fa-Hsuan Chen

Dramaturgie

Rainald Endraß

Foto

© Franco Mento

Gefördert durch Kunststiftung NRW, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, NATIONALES PERFORMANCE NETZ Koproduktionsförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bundesstadt Bonn, Théâtre-ProVS, Le Conseil de la Culture Etat du Valais, La Loterie Romande.