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Alanus Hochschule

Future Shock – Kleists „Erdbeben in Chili“ im digitalen Jetzt

Sa 16. Mai 2026 – Premiere

Buchstäblich überrollt vom technischen Fortschritt – so fühlten sich vor zweihundert Jahren die ersten Eisenbahnreisenden bei einer Höchstgeschwindigkeit von 48 Kilometer pro Stunde. Dieses Gefühl greift auch Heinrich von Kleist in seiner Novelle „Das Erdbeben in Chili“ auf – diesmal als Reaktion auf eine Naturkatastrophe. Heute erleben wir eine digitale Explosion, die uns mitten hinein in einen Science-Fiction-Film zu katapultieren scheint. Diesen „Future Shock“, jene körperlichen und seelischen Ausnahmezustände, untersuchen die Studierenden der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft. Sie erforschen den Körper als Speicher von Trauma, setzen Emotionen tänzerisch frei, nutzen Sprache als Werkzeug und Waffe und entwerfen spielerisch neue Wirklichkeiten.

Kleists Novelle berührt grundlegende Fragen des Menschseins, die heute ebenso aktuell sind wie zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Wie reagieren Menschen auf eine grundstürzende Katastrophe? Wie entsteht Solidarität – und wie kann sie in Hass umschlagen? „Future Shock“ erzählt Kleists Text nicht nach, sondern macht gesellschaftliche Mechanismen sichtbar, die im Hier und Jetzt wirksam sind. Im Zentrum steht dabei vor allem die Frage: Was passiert nach dem Schock? Folgt die Selbstauslöschung oder besteht die Chance auf eine andere, bessere Zukunft?

Eine Produktion des Studiengangs performART der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft.

Mit

Gvantsa Akhvlediani, Rosa Andorfer, Toni Diegelmann, Anabella Fingerhut, Mojtaba Izadizad, Kaya Lichtenauer, Ronja Maerten, Sarah Oettrich, Rosa Reisinger, Justin Rohner, Molly Wade, Daniela Weingärtner, Laxmi Wolf

Regie / Textbearbeitung

Annika Schilling, Ilona Pászthy